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„Früher gab es das nicht“ Doch. Nur niemand hat hingesehen #wirsindzöliakie
„Früher gab es das nicht.“ Dieser scheinbar einfache Satz bleibt oft sehr lange im Gedächtnis haften, weil er auf eine ganz besondere Weise berührt. Manchmal kann er sogar schmerzlich wirken, da er Erinnerungen oder Gefühle weckt, die nicht immer angenehm sind. Vor allem ist es ein Satz, den viele Menschen, die mit der Erkrankung Zöliakie leben, nur zu gut kennen und immer wieder im Alltag hören müssen.
Und jedes mal denken wir: Doch. Uns gab es schon immer!
Zöliakie ist kein Verzicht, es ist Selbstfürsorge
Auf meinem Schild steht: „Zöliakie ist kein Verzicht – es ist Selbstfürsorge, Stärke und mein Alltag seit 23 Jahren.“
Für mich bedeutet dieser Satz weit mehr als bloße Worte. Er fasst mein ganzes Leben zusammen, für das ich mich jeden einzelnen Tag bewusst und mit voller Überzeugung entscheide.
Für viele Menschen bedeutet eine glutenfreie Ernährung oft eine große Einschränkung und Verzicht auf viele geliebte Speisen. Für mich hingegen steht glutenfrei sein für weit mehr: Es bedeutet Gesundheit, ein bewusstes Leben und die Kontrolle über meinen eigenen Körper zu übernehmen. Es ist eine tägliche Entscheidung, Verantwortung für mein Wohlbefinden zu tragen und aktiv auf meine Ernährung zu achten, um meinem Körper das Beste zu geben.
Zöliakie ist keineswegs eine Entscheidung oder eine bloße Vorliebe, sondern eine ernsthafte Autoimmunerkrankung, die eine konsequente und dauerhafte Anpassung des Lebensstils und der Ernährung erfordert, um gesundheitliche Folgen zu vermeiden.


„Mein Bauch sagt: kein Gluten“ und wir hören genau hin!
Das Schild meiner Tochter bringt es mit einfachen Worten genau auf den Punkt: „Mein Bauch sagt: kein Gluten. Und ich höre gut auf ihn!“
So simpel, und dennoch für viele Menschen unglaublich schwer zu verstehen und zu begreifen. Denn von außen betrachtet ist Zöliakie oft völlig unsichtbar, kaum wahrnehmbar, doch im Inneren fühlt sich die Krankheit umso stärker und intensiver an! Schmerzen, ständige Erschöpfung und sogar langfristige gesundheitliche Schäden sind die unvermeidbaren Folgen einer falschen Ernährung, die nicht beachtet wird. Und dennoch hören wir immer wieder diese falsche Aussage: „Ach, ein kleines bisschen Gluten schadet doch nicht.“ Nein, genau das ist der Punkt, es geht eben wirklich nicht und darf auch nicht unterschätzt werden!
Unsichtbar krank, aber sichtbar stark
Zöliakie ist eine Krankheit, die man von außen kaum erkennen kann, denn im Gegensatz zu einem gebrochenen Bein oder sichtbaren Verletzungen wie einem Verband oder einer Schiene gibt es bei Zöliakie keine offensichtlichen äußerlichen Anzeichen. Genau das macht die Diagnose und das Verständnis für diese Erkrankung so schwierig und problematisch. In der Vergangenheit wurde dieser Zustand oft übersehen oder nicht ernst genommen, da die Symptome unsichtbar blieben und die Betroffenen äußerlich gesund wirkten. Heutzutage allerdings hat sich die Situation verbessert, weil Ärzte und Menschen im Allgemeinen besser zuhören und genauer hinsehen, was die Beschwerden und Symptome der Betroffenen angeht. Dadurch wird die Krankheit zunehmend erkannt und verstanden.
Früher wurde man oft schnell als überempfindlich abgestempelt, wenn man Beschwerden äußerte, und die Symptome wurden häufig einfach ignoriert oder heruntergespielt – so ein bisschen Bauchweh hat doch schließlich jeder mal, dachte man sich. Dabei wurden die Anzeichen nicht ernst genommen, obwohl sie durchaus auf ernsthafte Probleme hinweisen konnten, die Aufmerksamkeit und Behandlung erforderten.
Auch heute gibt es immer noch zahlreiche Menschen, die tagtäglich darum kämpfen, Verständnis zu finden und eine sichere, verlässliche Diagnose zu erhalten. Besonders im Alltag, sei es beim Besuch im Restaurant oder im vertrauten Umfeld mit Familie und Freunden, ist es oft notwendig, viel Zeit und Mühe in Aufklärung und Information zu investieren, um Missverständnisse zu vermeiden und das Bewusstsein für die Situation zu erhöhen.
#wirsindzöliakie – wir machen sichtbar, was oft übersehen wird
Genau an diesem Punkt setzt die Kampagne #wirsindzöliakie auf Instagram an und möchte damit gezielt Aufmerksamkeit schaffen. Sie richtet sich an alle, die von Zöliakie betroffen sind oder sich dafür interessieren, und bietet eine Plattform, um Erfahrungen auszutauschen und das Bewusstsein für diese Erkrankung zu erhöhen.
Ins Leben gerufen von der leidenschaftlichen und engagierten Community rund um @christin.glutenfrei, geht es hier um weit mehr als nur reine Informationen und Aufklärung. Es handelt sich um tiefgehende, wahre und authentische Geschichten, echte Gesichter und eine Vielzahl an unterschiedlichen Herausforderungen, denen viele Menschen jeden Tag aufs Neue gegenüberstehen und erfolgreich bewältigen müssen. Wir zeigen all das, was sonst häufig im Verborgenen bleibt, und geben der Zöliakie dadurch ein ganz persönliches, greifbares und lebendiges Gesicht, das nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch echtes Verständnis und Empathie schafft.
Warum wir jetzt laut werden
„Früher gab es das nicht“ ist kein böser Satz, oft steckt hinter diesen Worten einfach nur Unwissenheit. Doch genau aus diesem Grund ist es jetzt höchste Zeit, etwas grundlegend zu verändern und neue Wege zu gehen. Ein glutenfreies Leben muss endlich deutlich einfacher und zugänglicher werden, es ist an der Zeit, dass echte Inklusion beginnt und spürbar wird. Damit niemand mehr ständig erklären muss, warum ein kleines bisschen Gluten für manche Menschen nicht tolerierbar ist, damit Rücksichtnahme zur Selbstverständlichkeit wird und aus Unsichtbarkeit endlich echte Aufmerksamkeit und Wertschätzung entsteht.
Mach mit und zeig deine Stimme
Diese Kampagne lebt ganz besonders von uns allen, deshalb lade ich dich herzlich dazu ein, ebenfalls deine ganz persönliche Botschaft auf ein Schild zu schreiben. Halte dieses Schild stolz in die Kamera, sodass deine Worte deutlich sichtbar sind, und teile anschließend deine individuelle Geschichte mit dem Hashtag #wirsindzöliakie. Gemeinsam können wir so noch mehr Aufmerksamkeit schaffen und unsere Erfahrungen miteinander verbinden.
Gemeinsam zeigen wir, dass wir viele sind. Gemeinsam sind wir stark und nicht zu übersehen!
